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| Vulkanausbruch |
Stand 26.05.10
Sehr geehrte Islandreisende,
bald komme ich mit der ersten Reisegruppe in dieser Saison zurück nach Reykjavik. Bis jetzt haben wir noch keinen Regen erlebt, nur Wolken, Sonne und ein wenig Schneegeriesel in den Bergen oberhalb des Mückensees. Der Eyjafjallajökull ist vor ein paar Tagen eingeschlafen – sehr zum Leidwesen einiger meiner Reisegäste, die dieses Naturschauspiel gerne gesehen hätten. Noch lässt sich allerdings nicht sagen, ob der Vulkan endgültig (in diesem Jahr) zur Ruhe gekommen ist. Die niederfrequenten Schwingungen des Vulkan, genannt Tremor oder Unruhe, sind wieder so niedrig wie vor dem Ausbruch. Auch der Nachbarvulkan Katla schläft weiterhin tief und fest.
Die Piste in die Gletscheroase Thorsmörk, welche hinter dem Vulkan gelegen ist, wird in der kommenden Woche repariert und wieder befahrbar sein.
Zum Wetter: Auch für die nächsten Tage ist in keiner Region Islands mit Regen zu rechnen. Der Mai zeigt sich also vom Anfang bis zum Ende von seiner schönsten Seite in diesem Jahr!
Eine schöne Islandreise wünscht Ihnen Ihr Reiseleiter Stefan Koenig und das Trolltours Team
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Stand 12.05.10
Sehr geehrte Islandreisende,
In den letzten Tagen war das Wetter auf Island hervorragend! Es gab auf ganz Island praktisch keine Niederschläge und oft wolkenfreien, blauen Himmel. Der Nachtfrost vor dem 1. Sommertag (nach dem traditionellen isländischen Kalender) hat also einen schönen Frühsommer eingeleitet. Heute sind für manche Landesteile Niederschläge angesagt, aber in den folgenden Tagen soll sich das gute Wetter wieder einstellen.
Die Zugvögel sind schon wieder eingetroffen und haben ihre isländischen Brutgebiete besetzt. Zuletzt wurden Anfang Mai die ersten Küstenseeschwalben gesichtet, die sogar in Seltjarnarnes direkt bei Reykjavík brüten. Sie legen ihre 1 - 3 (meist 2) Eier erst Ende Mai/Anfang Juni. Da sie die längste Zugstrecke aller isländischen Brutvögel hinter sich haben, brauchen sie noch etwas Erholung. Küstenseeschwalben sind während des Sommers auf der Südhalbkugel der Erde am Rand des antarktischen Schelfeises zu Hause, wo sie sich von Krill (kleinen Krebstieren) ernähren. Auf dem Weg nach Island haben sie 25700 Km zurückgelegt und auf dem Rückweg werden es aufgrund von ungünstigeren Winden 34600 Km sein. Damit dürften diese kleinen Meeresvögel, die übrigens mit den Festlandschwalben nicht verwandt sind, die längste Strecke aller Zugvögel bewältigen. Anscheinend wissen sie den isländischen Sommer zu schätzen ...
Die Organisation "Save the children" (Rettet die Kinder) hat die Mütterfreundlichkeit Islands hinter Norwegen und Australien auf Rang 3 eingestuft. Nach Schweden, Dänemark, Neuseeland, Finnland. den Niederlanden und Belgien folgt Deutschland auf Rang 10. Auch bei anderen Vergleichen der Lebensqualität (Wasser, Lebenserwartung, Luftreinheit usw.) landet Island in der Regel auf einem der vorderen 3 Plätze. Was die hohe Lebenserwartung betrifft: Filipus Hannesson, 100 Jahre alt, der immer noch wöchentlich mit dem eigenen Auto zum Einkaufen in den Ort fährt (wenn auch langsam), nimmt nach guter Sitte jeden Morgen ein wenig Fischöl (Lebertran) zu sich ... Island ist in Sachen Lebertran Weltmarktführer und ich kann den Genuss (!) von einem Pinneken Lebertran vor dem Frühstück nur empfehlen! Falls ich Ihr Interesse geweckt habe: Jeder isländische Supermarkt führt Lebertran ("Lýsi") im Kühlregal.
Nach 2 Jahren mit zähen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind auf Island einige der für die dortige Finanzkrise verantwortlichen Banker in Untersuchungshaft gesteckt worden. Es sieht so aus, als würde tatsächlich gegen sie Anklage erhoben. Ein weiterer Banker wird mit internationalem Haftbefehl gesucht und auch in den USA wird nun gegen die mutmasslichen Drahtzieher des isländischen Finanzskandals geklagt (noch in Abwesenheit der Angeklagten).
Das alltägliche Leben geht auf Island weiterhin seinen gewohnten Gang, auch wenn der Vulkan Eyjafjallajökull immer noch aktiv ist. Der Vulkan stösst überwiegend Asche aus, bis in Höhen von 5 - 6 Km. Die Produktion von Lava (flüssigem Gestein) ist nur noch unerheblich. In der Ausbruchsstelle in der Caldera am Gipfel hat sich ein Schlackenkrater mit dem Durchmesser von 280 m und der maximalen Höhe von 190m gebildet. Die Stärke des Ascheauswurfes unterliegt Schwankungen, wie bei länger anhaltenden Ausbrüchen üblich. Kleinere Erdbeben in bis zu 20 Km Tiefe unter dem Vulkan zeigen an, dass weiterhin frisches Magma einströmt. Die Messinstrumente, die den Nachbarvulkan Katla überwachen, zeigen weiterhin keine Auffälligkeiten an. Je nach Windrichtung kann der Ascheregen für die betroffenen Isländer unangenehm sein. Es ist aber nur ein kleines Gebiet am Vulkan betroffen, so dass die Faszination der Insel für uns Reisende in keinster Weise gelitten hat. Die beliebten Attraktion - Althingi, Geysir, Gullfoss, die Walbeobachtungen, Dettifoss, Reyjavík, Papageitaucher, alle Solfataren und und und - sind vom Vulkan unbeeinflusst! Und wer einmal einen aktiven Vulkan aus sicherer Entfernung und unter der Aufsicht von erfahrenen Vulkanologen und Zivilschützern sehen möchte - der ist erst recht zur Zeit auf Island genau richtig.
Vielleicht fragen Sie sich, warum der Vulkan, wörtlich übersetzt, "Inselbergegletscher" heißt, warum der Berg also Gletscher genannt wird. Nun - viele hohe Berge sind auf Island vollständig mit einem Gletscher bedeckt. Die westnorwegischen Einwanderer haben deshalb im 9./10. Jahrhundert diese Berge richtigerweise "Gletscher" genannt.
Bei der Reinigung der vom Ascheregen betroffenen Gehöfte und der kleinen Ortschaft Vík hat sich gezeigt, wie groß die Solidarität der Isländer in solchen Situationen ist. Die isländischen Behörden arbeiten weiterhin bestens zusammen und informieren täglich und ausführlichst die Öffentlichkeit über den Werdegang des Vulkans. Versuche der Landwirtschaftshochschule haben ergeben, dass Gerste auf aschehaltigem Boden sogar besser als auf anderen Böden gedeiht. Für das Wachstum von Weidegras liegen noch keine Ergebnisse vor.
Wir wünschen Ihnen eine unvergessliche Islandreise!!
Ihr Reiseleiter Stefan König und Ihr Team von Troll Tours Reisen
___________________________________________________________________________________ Stand 02.05.10
Sehr geehrte Islandreisende,
lassen sich Vulkanausbrüche eigentlich vorhersagen?? - Gegen Ende Dezember 2009 begannen die GPS-Überwachungsgeräte am Eyjafjallajökull Bewegungen aufzuzeigen. Diese Geräte empfangen (wie ein Navigationsgerät) Sendesignale von stationären Satelliten, mittels derer sie ihre genaue Position ausrechnen und aufzeichnen). Sie zeigten, das sich der Vulkan langsam hob und sich auch seine Flanken bewegten. Diese Bewegungen hatten im März, kurz vor dem Ausbruch, Werte von 4 - 6 cm Abweichung vom Normalwert erreicht. Diese Messwerte zeigten, dass im Berg Magma (flüssiges Gestein) aufstieg und ihn deshalb aufwölbte. Den isländischen Geologen und Behörden war klar, dass der Vulkan vor einem Ausbruch stand.
Seit Beginn des Ausbruches senkt sich die Aufwölbung wieder und hat an einigen Messstationen schon wieder Normalwerte erreicht. Dennoch ist der Vulkan noch aktiv: Es fliesst in der Caldera am Gipfel Lava aus, die nach Norden abfliesst. Begleitet wird dieser Lava-Ausfluss von einem niederfrequenten Schwingen des Gesteins, von Seismometern aufgezeichnet. Die Geologen sprechen von einem "Tremor" des Vulkans. Dieses Austreten von Lava ist gut zu überwachen und ist für uns Islandreisende ungefährlich!
Kann der Vulkan nicht jederzeit wieder explodieren? - Die Explosion eines Vulkans ist die plötzliches Freiwerdung von aufgestauter Magma (flüssigem Gestein). Wenn sich im Inneren aber Magma aufstaut, muss es zur Aufwölbung des Berges kommen. Die Explosion am 14. April war relativ schwach, schliesslich hatte sich der Berg ja vorher auch nur um einige Zentimeter gehoben. Zum Vergleich: Als im März 1980 der Vulkan Mount St. Helens in den USA explodierte und dabei die obersten 400m seines Gipfels in die Luft sprengte, hatte er sich an seinem Nordhang um 91 m angehoben, zuletzt täglich um über einen Meter. Mit anderen Worten, in absehbarer Zukunft ist nicht mit einer weiteren (gefährlichen) Explosion des Eyjafjallajökulls zu rechnen - da müsste er sich zunächst erneut beträchtlich aufwölben (beobachtet von den isländischen Geologen).
Kann denn der Nachbarvulkan, die "Katla", jederzeit ausbrechen oder sogar explodieren? Im Mittelalter gab es in der Nähe ein Kloster mit einer Chefmagd namens Katla. Katla war zauberkundig - im Mittelalter nichts besonderes - und besass einen Mantel, der sie, getragen, nie ermüden liess. Als sie eines Tages mit dem Abt ein anderes Kloster in der Nachbarschaft besuchte, lieh sich ein Hirte ihren zurückgebliebenen Mantel aus, um die verstreute Schafherde schneller zusammentreiben zu können. Als Katla nach ihrer Rückkehr die Entwendung des Mantels bemerkte, ertränkte sie den Hirten kurzerhand in einem Molkefass. Die Molke, das Lieblingsgetränk der Isländer im Winter, ging im Frühling zur Neige, der Tote kam ans Tageslicht und Katla musste die Flucht ergreifen. Sie rannte auf den Mýrdalsjökull und warf sich dort in eine Spalte. Hin und wieder sorgt sie dort mit ihren Zauberkünsten für einen Vulkanausbruch ... Nun, die Geologen können zur Zeit KEINERLEI Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch erkennen. Alle installierten Messgeräte (GPS oder Seismographen) zeigen keinerlei Abweichung von den Normalwerten - offensichtlich schläft Katla zur Zeit.
Vulkanausbrüche sind faszinierende Naturschauspiele. Es gibt wohl kein Land auf der Erden, in dem Vulkane so umfassend erforscht und überwacht werden, wie auf Island. Der Isländische Zivilschutz arbeitet gut mit den isländischen Geologen zusammen, so dass sich jeder Islandreisende darauf verlassen kann, bei einem Vulkanausbruch rechtzeitig von den Behörden gewarnt und geschützt zu werden! Anders als bei uns in Deutschland üblich, werden alle Messwerte der Überwachungsgeräte STÄNDIG veröffentlicht und sind also frei zugänglich. Deshalb besteht auch keine Gefahr, dass die isländischen Behörden bedenkliche Messwerte verheimlichen, um so etwaige Gefahren herunterzuspielen. Freuen Sie sich auf eine unvergessliche Islandreise, trotz oder gerade wegen des Ausbruchs des Eyjafjallajökulls!!
Ihr Reiseleiter Stefan König und das Team von Troll Tours Reisen
_______________________________________________________________________________________ Stand 22.04.10
Sehr geehrte Islandreisende,
auf Island gibt es im Durchschnitt alle 5 Jahre einen Vulkanausbruch - vor dem aktuellen Ausbruch zuletzt 2004 (Grimsvatn unter dem Vatnajökull) und 2000 (Hekla). Der Vulkanismus hat Island erst vor 16 - 18 Millionen Jahren entstehen lassen und nach und nach zu einem der landschaftlich reizvollsten Reiseziele dieser Erde gemacht. Die Isländer sind sehr sicherheitsbewusst und unterhalten eine der besten Zivilschutzeinrichtungen der Welt. Ausserdem ist Island hochgradig technisiert und überwacht seine Vulkane mit den modernsten wissenschaftlichen Methoden und Geräten, um die Sicherheit seiner Einwohner und Reisegäste ständig gewährleisten zu können.
Am 30.03. diesen Jahres brach der ca. 700000 Jahre alte Vulkan Eyjafjallajökull (gesprochen: eyja fjatla jökü(t)l) aus. In den Monaten davor war beobachtet worden, wie dieser Berg bzw. Gletscher sich um mehrere Zentimeter gehoben hat - ein Zeichen von einströmender Magma. Zunächst floss am östlichen Rand des Vulkans dünnflüssige Lava aus (Basalt). Dieses fotogene Spektakel wurde unter den Argusaugen des Zivilschutzes von mehreren Tausend Schaulustigen beobachtet.
Als diese Ausbruchsphase zum Erliegen kam, brach am 14.04. frühmorgens der Vulkan in seinem zentralen Krater (der von Eis bedeckten Caldera auf dem Gipfel) aus. Nun förderte der Vulkan gasreichere Magma (für die geologisch interessierten Islandreisende: Islandit, ähnlich dem Andesit)zu Tage, was ebenso wie der Kontakt mit dem Schmelzwasser zu Explosionen führte. Der Ausbruch war schon um Mitternacht von den überwachenden Instrumenten angezeigt worden, so daß die Anwohner schon vor Sonnenaufgang informiert und teils evakuiert wurden. Die gefährdeten Strassen und Brücken wurden vorsorglich gesperrt. Der Zivilschutz hatte durch langjährige Übung und Vorbereitung die Situation unter voller Kontrolle, zu keinem Zeitpunkt waren Menschleben gefährdet! Die Explosionen erzeugten besonders feine Vulkanasche, die bedauerlicherweise bis in 6 bis 10 Km Höhe geschleudert wurde und dann, wie Sie wissen, bis zu uns nach Europa driftete. Auf Island selbst hat die Vulkanasche nur die Flüge nach Europa (aufgrund der dort geschlossenen Flughäfen) behindert, der eigentliche isländische Flugraum blieb wie die meisten isländischen Flughäfen offen. Abschmelzendes Gletscherwasser führte zu einer vorsorglichen Sperrung der Ringstrassenbrücke über die Markarfljót (schlecht für die Milchbauern südlich des Vulkans, die nun von der Molkerei in Selfoss abgeschnitten waren).
Heute, am 22.04., nach dem traditionellen Kalender von Island der erste Sommertag, ist die Situation am Eyjafjallajökull wie folgt: Die Ausbruchsstärke beträgt seit mehreren Tagen nur noch ca. ein Zehntel des anfänglichen Ausmasses und die Aschewolke über dem Berg ist niedriger als 3 Km. Die für den Tourismus so wichtige Ringstrasse ist seit mehreren Tagen wieder für den Verkehr freigegeben. Der Unterricht an den Schulen war auch in den Tagen zuvor nicht wesentlich beeinträchtigt gewesen. In der südlichen und südöstlichen Nachbarschaft des Vulkans liegt feine Asche am Boden, die wahrscheinlich in der nächsten Zeit durch Regenfälle weggespült werden wird. Die Ringsrasse ist schon seit mehreren Tagen wieder für den Verkehr freigegeben. Ein findiger Geschäftsmann verkauft T-Shirts mit dem Aufdruck: "You got the cash - we got the ash" - "Ihr habt das Geld - wir die Asche". Mit anderen Worten: Der Eyjafjallajökull ist zwar noch aktiv, aber ruhiger geworden, und wird weiter überwacht. Der Nachbarvulkan Katla, der in der Vergangenheit zu kurzzeitigen, aber unangenehmen Überschwemmungen geführt hat, zeigt übrigens noch keine seismische Unruhe - es ist dort also in der nächsten Zeit mit keinem Ausbruch zu rechnen.
Die beste Nachricht am Schluss: Der isländische Volksglaube verspricht einen guten und ertragreichen Sommer, wenn Winter und Sommer "zusammen gefrieren"! Wie oben gesagt, wir haben nach isländischer Tradition heute den ersten Sommertag - und wir hatten auf Island in der vergangenen Nacht in allen Landesteilen Frost ...
Wir wünschen Ihnen eine schöne und interessante Islandreise 2010!
Ihr Reiseleiter Stefan König und die Mitarbeiter von Troll Tours Reisen
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